Allgemein, Diary

Pläne, die Zukunft und Errungenschaften

Ach herrje, da habe ich ja WordPress mal wieder schleifen lassen. Aber immer wenn ich etwas zu sagen habe, bin ich zu müde zum Schreiben und immer wenn ich wach genug bin, habe ich nichts zu sagen. Der ewige Kreis.

Inzwischen bewegt sich mein zweites Semester im Master auf sein Ende zu und ich könnte es nicht sehnlicher herbeiwünschen. Es ist einfach eine Menge, was gemacht werden muss und dann kommen noch Klausuren und Hausarbeiten. Das schaffe ich schon irgendwie. Man schafft es ja immer irgendwie. Zwar vollkommen gestresst, aber was soll’s. Ist dieses Semester geschafft, befinde ich mich in der Vertiefung und die Hälfte meines Studiums wird vorbei sein. Mal sehen, ob die zweite Hälfte tatsächlich besser wird oder ob ich vom Regen in die Traufe komme. Eins ist sicher, ich ziehe es durch. In mancherlei Hinsicht werden die letzten beiden Semester entspannter sein und das brauche ich wirklich. Meine Einstellung ist zurzeit sehr labil. Ich habe viele gute, glückliche Tage. Aber oft genügt eine Kleinigkeit und der Tag ist für mich gelaufen. Dazu bemerke ich an verschiedenen Abschnitten meines Lebens wie meine Freundlichkeit ausgenutzt oder eher mit Füßen getreten wird. Da habe ich keine Lust mehr drauf. In Zukunft fällt das Wörtchen „Nein“ deutlich häufiger. Ich habe mich lange genug ausnutzen und ausbeuten lassen.

Interessant ist hierbei, dass ich bemerke, wen ich auf Dauer in meinem Leben haben möchte. Das ist etwas Gutes und macht mich tatsächlich ziemlich glücklich. Außerdem kommt im August endlich meine Kindergartenfreundin nach Hause zurück und natürlich haben wir bereits mit den Mädels ausgemacht, dass wir ins Kino gehen und an einem anderen Tag feiern werden. Ich liebe das. Natürlich wünschte ich mir, dass ich viel mehr Zeit mit meiner ehemaligen besten Freundin verbringen könnte, aber es reicht mir eigentlich auch zu wissen, dass wir uns nach Jahren wiedersehen können und es genauso ist wie in der siebten Klasse. Solche Freunde braucht man. Wo wir dann gerade bei Freunden dieser Art sind… Ebenfalls im August findet ja mein Jahrgangstreffen statt und ich könnte mich nicht mehr freuen 🙂 Gestern sah ich am Bahnhof einen alten Mitschüler von mir. Ich hätte ihn begrüßt, aber leider waren wir beide bereits an unseren Autos, einige Meter voneinander entfernt. Trotzdem hatte ich sofort ein kleines Glücksgefühl wie immer, wenn ich meine alten Mitschüler treffen. Trotz der Jahre in denen ich keine Freunde hatte, mich nicht zugehörig gefühlt habe, hatte ich insgesamt eine großartige Schulzeit. Wem ich das zu verdanken habe, weiß ich genau 🙂 und dieses Jahr werde ich erholt sein und nicht gerade frisch aus der Therapie kommen.
Mir geht es gut oder eher: meine Traurigkeit hin und wieder ist keine Anomalie, sondern im gesunden Rahmen. Die Borderline-Tests haben übrigens auch einstimmig entschieden, dass man bei mir nicht mehr von einer Borderline-Persönlichkeit sprechen kann. Das ist verdammt erleichternd. Das stimmt übrigens mit der Aussage meiner ehemaligen Psychiaterin überein. Sie erzählte mir damals in meiner stationären Therapie, dass meine Persönlichkeit noch nicht gefestigt genug ist, um zu befürchten, dass ich auf Dauer eine ausgeprägte Borderline-Persönlichkeitsstörung haben werde. Es sei sogar sehr wahrscheinlich, dass sich diese Persönlichkeit zurückentwickeln werde. Und hier bin ich: Das vierte Jahr clean, mit Shorts oder Kleidern in der Uni, giving a fuck, dass manche Leute meine Narben anstarren. Pfff. Jeder trägt doch sein Gepäck mit sich herum und meine Kriegsverletzungen bezeugen lediglich, dass ich trotzdem überlebt habe.

Und noch dazu komme ich zum Jahrgangstreffen auch einige Kilo leichter. Das macht mich besonders stolz. Als ich anfing, habe ich kaum geglaubt, dass sich was tut. Gestern Abend allerdings zeigte die Waage an, dass ich bereits 17,1 kg abgenommen habe. Gut, heute wird das wieder mehr sein. Ich wiege nach dem Sport immer mehr. Das ist ganz normal. Dazu beachte man den weiblichen Zyklus und schon kann ich mir herleiten, warum ich an manchen Tagen mehr wiege und an anderen mein Gewicht deutlich schneller heruntergeht.

Oh, ihr wundert euch vielleicht, wieso ich hier gerade ziemlich positiv, aber auch angriffslustig schreibe ^^ Das liegt wohl daran, dass ich gerade mit Kopfhörern Fall Out Boy höre. Ich liebe Fall Out Boy. Das hatte ich vergessen. Ähnlich wie ich Simple Plan vergessen hatte und meine frühere Liebe zu Avril Lavigne. Sowas sollte man nie vergessen.

Was gibt es noch Neues? Für mich entwickeln sich gerade Zukunftspläne rapide. Ihr wisst, dass ich Optionen brauche, weil ich sonst schnell in die Verzweiflung gerate. Es ist ja nur noch ein Jahr und dann mache ich meinen Master. Ich zweifele nicht daran, dass ich das schaffen werde. Meine Familie und meine Freunde stehen hinter mir, meine Arbeit, meine Kollegen und meine Vorgesetzten sind großartig (gut, dass ich mich gegen das Praktikum und für den Job entschieden habe ^^) und flexibel und ich kenne mein Durchhaltevermögen. Scheiß auf die erste Hausarbeit, die nicht so gut lief. Zu meiner Erleichterung hörte ich auch von anderen, bei denen es auch nicht so gut lief. Schon fühle ich mich nicht mehr wie ein Idiot. Dieses Semester bekomme ich es besser hin.
Also das wird. Ich bin mir auch sicher, dass ich die richtige Vertiefung wählen werde. Sie spricht mich am meisten an und führt am ehesten in die Richtung, in die ich möchte.
So und danach…Wenn ich das also geschafft habe? Nun ja, da gibt es jetzt mehrere Optionen. Zum einen würde ich für ein paar Monate gerne ein Hilfsprojekt im Ausland unterstützen. Damit komme ich endlich mal weg. Andererseits könnte ich mein gespartes Geld allerdings auch für etwas anderes brauchen. Meine Idee war eigentlich erstmal mich bei der Bundesagentur für Arbeit zu bewerben. Nach der Absage für das duale Studium sagte mir der Personalleiter, dass ich das duale Studium nicht benötige. Ich kann in dem Feld auch mit dem Master anfangen. Das halte ich für einen guten Einstieg. Für wie lange weiß ich natürlich nicht, aber da ich später gerne in einem sozialen Betrieb arbeiten möchte, dachte ich mir, ich könnte während dieser Tätigkeit die Weiterbildung zum systemischen Berater machen. Diese Weiterbildung kann einem schon so manche Tür öffnen. Das wäre schon mal ein Plan.

Jetzt ist es aber so, dass ich eine Schlagzeile gelesen habe, die besagt, dass in der Stadt, in der meine Schwester zurzeit ihre Ausbildung beendet, eine neue Hochschule errichtet wird. Diese Hochschule wird im Herbst diesen Jahres öffnen und hat zunächst alles pädagogische Fächer. Dabei interessiert mich eins besonders: Soziale Arbeit! Es handelt sich dabei um ein berufsbegleitendes Studium. Die Stadt ist jetzt nicht so weit entfernt. Meine Schwester fährt dort täglich hin. Ich sollte mir vielleicht nicht zu große Hoffnungen machen, aber damit eröffnet sich eine neue Möglichkeit, meinen ursprünglichen Traum wahr zu machen. In der sozialen Arbeit wird nicht unbedingt ein Master verlangt. Ja, ich weiß, ich habe gesagt, dass ich nicht noch einen Bachelor mache, aber dabei dachte ich vor allem, dass ich dann wieder in Vollzeit in der Uni sitze, ohne in der Lage zu sein, Geld zu verdienen und in meine Rente einzuzahlen. Ich möchte einfach nicht noch mehr Zeit verschwenden. Natürlich wird ein berufsbegleitendes Studium extrem anstrengend, aber es ist eine Chance. Vielleicht eine kleine, aber nichtsdestotrotz eine vorhandene. Aber erstmal muss ich mich informieren wie das läuft und wie teuer das ist.

Aber bis dahin, ihr Lieben, genießt die Woche und das Wetter.

eure-claudia

Rezensionen, TV

The Guest

 

Ihr kennt mich, nicht wahr? Alle Nase lang sehe ich einen Filme/ eine Serie und dabei sticht mir ein/e Schauspieler/-in so ins Auge, dass ich mich schließlich wie der größte Fan verhalte, alle Filme von der Wikipedia-Filmographie durchsuchte und alles auf Tumblr poste, was irgendwie mit besagter Person zu tun hat. Unter meinen Lieblingen befanden sich zuletzt Tom Hiddleston (Thor, Gefährten, Crimson Peak, The Deep Blue Sea, Unrelated, Kong, …), Sebastian Stan (Captain America, Gossip Girl, Once Upon A Time, The Covenant, Political Animals, Black Swan, The Bronze, …) und Milo Ventimiglia (Gilmore Girls, Heroes, This is Us, Gotham, Pathology, …). Tja, inzwischen habe ich ein neues Opfer und ich bin mir nicht ganz sicher, wer daran Schuld ist. Vielleicht meine Schwester. Sie war es schließlich, die mir immer mit Downton Abbey und Matthew in den Ohren lag. So war mir also der Name Dan Stevens nicht vollkommen unbekannt. Allerdings sind das Welten zwischen dem jungen Cousin Matthew aus der ersten Staffel Downton Abbey (2010) und dem mächtigen Mutanten Legion (2017). Es dauerte übrigens auch bis Folge 4 von Legion, bis ich bemerkte, dass der Protagonist vom gleichen Typen gespielt wird wie Matthew Crawley. Oops.
Da fand ich Dan schon ganz gut. Er sieht irgendwie ganz gut aus. Seine Augen sind ein Traum und wenn er nicht glatt rasiert ist…dayumm. Trotzdem war Legion im Grunde alles, was ich mir mit ihm ansah. Und dann kam Die Schöne und das Biest bei uns ins Kino. Wochen später als in anderen Kinos. Ich schleppte also meine Mutter mit rein, weil alle anderen keinen Bock hatten oder nur in Hannover gucken wollten. Da saßen wir also und mir wurde Dan Stevens unheimliches Talent vor Augen geführt. Und dann singt auch noch das Biest ein Solo. Natürlich hatte mich da dann die Neugierde gepackt und kurze Zeit später hörte ich mir dann den Song auf Englisch an. Ehe ich mich versah, lagen dann auch schon die ersten beiden Staffeln von Downton Abbey (immer die extended Folgen von 90 Minuten Dauer) hinter mir. Spätestens als ich durch die Liste seiner weiteren Filme scrollte, wusste ich, jetzt habe ich ein Problem. Und da sind wir.

The Guest

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Quelle: http://www.filmandtvnow.com/wp-content/uploads/2014/11/TheGuest_BD_steelbook_2D.jpg
  • Erscheinungsjahr: 2014
  • Produktionsland: USA
  • Regisseur: Adam Wingard
  • Produzent: Jessica & Keith Calder
  • Drehbuch: Simon Barrett
  • Länge: 100 min.
  • FSK: 18
  • Darsteller:
    • Dan Stevens als David Collins
    • Maika Monroe als Anna Peterson
    • Brendan Meyer als Luke Peterson
    • Lance Reddick als Major Richard Carver
    • Ethan Embry als Higgins

Inhalt:

Familie Peterson hat den Verlust ihres Sohnes und Bruders Caleb, der im Krieg gefallen ist, noch lange nicht überwunden. Eines Tages steht der Ex-Soldat David vor der Tür und gibt an, ein guter Freund Calebs und bei seinem Tod dabei gewesen zu sein. David ist ein charmanter junger Mann, der schon bald von der ganzen Familie herzlich aufgenommen wird, mit der Einladung solange zu bleiben wie er möchte. Doch immer häufiger kommt es zu eigenartigen Vorkommnissen rund um die Familie. Tochter Anna wird schließlich misstrauisch und stellt Nachforschungen an. Was sie dabei herausfindet, bringt ihre Familie in schreckliche Gefahr.


Kritik:

Ich hatte nicht vor, den Film zu Ende zu sehen. Aus Neugierde hatte ich bei Amazon Prime auf den Titel geklickt, wollte mir die ersten fünf Minuten ansehen und dann die nächste Folge Downton Abbey anfangen. Ja, das hat nicht so geklappt.

Anfang

Der Zuschauer wird ins kalte Wasser geworfen. Es gibt keine richtige Einleitung, in der man die Familie kennen lernt. In der ersten Szene verabschiedet Mutter Laura ihren Ehemann und ihren Sohn auf den Weg in die Arbeit bzw. die Schule. Man sieht, dass auf einem Regal Bilder stehen, die einen jungen Mann in der Army zeigen. Ein paar Worte verdeutlichen, dass der junge Mann gefallen sein muss. Laura betrachtet die Bilder. Es ist klar, dass sie den Verlust noch nicht überwunden hat. Als nächstes klopft es auch schon an der Tür und ein junger Mann tritt auf, der sich als David vorstellt.
Anfangs war ich schrecklich verwirrt. Die Schauspielerin, welche die Mutter spielt, sieht noch sehr jung aus. Aus diesem Grund musste ich erst die Handlung abwarten, um zu verstehen, dass sie die Mutter des Gefallenen ist und nicht etwa die Schwester. Je weiter der Film voran geht, desto klarer wird jedoch das Bild der Familie. Man könnte sagen, je besser David die Familie kennen lernt, desto besser kennt sie auch der Zuschauer.

Charaktere

Der Antagonist ist David. Das ist kein Spoiler, sondern von vornherein klar. Er ist der Gast, The Guest. Doch Dan Stevens verleiht David einfach etwas, was ihn sympathisch und liebenswert macht. Gut, ich stelle einen Sonderfall dar. Ich bin fast schon besessen von Mr. Stevens und würde es vermutlich schon bezaubernd finden, wenn er in der Nase popelt. 😝 Trotzdem empfand ich David weniger als Feind denn als mein heimlicher Held im Film. Nachdem ich einige Kritiken des Filmes sowie Zusatzinformationen gelesen habe, weiß ich, dass ich nicht als einzige so tumblr_nhsnsussgd1tdo66yo1_400empfunden habe und dass das Ziel des Films war. David ist nicht der Held! Aber der Zuschauer steht trotzdem auf seiner Seite. Dazu kommt noch, dass Dan David eine gehörige Menge an Sexappeal verpasst, sodass ich wie gebannt vor dem Bildschirm saß. Sei es, weil er jemandem den Schädel eingeschlagen hat oder bloß in der Gegend herumgeguckt hat.
Wie ihr glaubt mir nicht? Seht selbst! umqxddr

Aber auch Maika Monroe war extrem gut in ihrer Rolle. Bei ihr merkt man sofort in welchem Zwiespalt sie steckt. Zum einen ist sie zu Beginn zwar nicht misstrauisch, aber definitiv nicht daran interessiert, dass ein Fremder bei ihr Zuhause herumläuft und sie ihn teilweise sogar babysitten muss. David gelingt es mit der Zeit auch bei ihr, dass sie beginnt ihn zu mögen. Zwischen den beiden bemerkt der Zuschauer immer wieder eine sexuelle Anziehung. Dazu mischt sich bald jedoch auch das Misstrauen und die Angst, durch die die Anziehung bald nur noch in den Augen des Zuschauers sichtbar ist. Maika bringt die Emotionen grandios rüber.

Handlung

Ich habe jetzt schon häufiger die Erfahrung gemacht, dass ich Filme besonders mag, wenn ich zu Beginn des Films nicht sicher bin, ob ich den Film gut finde oder nicht. Wenn irgendwas mich daran hindert, abzustellen und ich weitersehe, obwohl ein Teil von mir verwirrt von der Handlung ist.
Genauso war es beim Ansehen von The Guest. Zunächst verwirrte mich die Familienzusammenstellung. Ich wusste nicht genau wie der Verstorbene da rein gehörte. Dann kamen immer wieder zwischendrin Fragen auf, die ich mir bis jetzt nicht beantworten kann. Ich verstehe noch immer nicht, wieso die Handlung so abgelaufen ist und worum David überhaupt zur Familie Peterson kommt. Aber ich schätze, diese Löcher sind es, die mich so an dem Film faszinieren. Es bleibt so viel Spielraum, dass man sich selbst den Hintergrund von David ausdenken und sich seine Intentionen überlegen kann. Wie ich gelesen habe, gab es ursprünglich im Film Szenen, die Davids Hintergrund erklärt und ausgefüllt haben. Diese Szenen wurden jedoch herausgenommen, da die Zuschauer beim Test-Screening diese Informationen als zu viel wahrgenommen haben. Auch den Regisseuren und Produzenten gefielt die Geschichte ohne diese Details besser. Mich lässt das zwiegespalten zurück. Zum einen finde ich es gut, dass sie so viel offen gelassen haben. Zum anderen interessieren mich Hintergrundgeschichten aber brennend und ich würde zu gerne wissen, wieso David so ist wie er ist. Leider befürchte ich, dass diese Szenen auch nicht auf der Bluray zu finden sein werden. Also bleibt nur meine Fantasie.

Besonderes

Besonderes Schmankerl in diesem Film ist die Stimmung. Zusammen mit dem wirklich guten Soundtrack bekommt man das Gefühl einen 80er Jahre Kultklassiker anzusehen. Der ganze Vibe dieses Films ist etwas altmodisch, aber dadurch halt auch verdammt cool.


Fazit

Ich finde den Film toll. Leider heißt das nicht sofort, dass der besonders gut ist. Ich mag teilweise auch richtig schlechte Filme. Gut, das ist jetzt auch kein besonders schlechter Film. Aber besonders gut ist er auch nicht. Ich denke, die Mitte trifft es ganz gut. Obwohl ich wirklich damit schwanke, ob ich drei oder vier Sterne geben sollte. Dan Stevens ist einfach fabelhaft und ich freue mich schon darauf noch viel, viel mehr von ihm zu sehen. The Guest ist ein Film, der durch seine Atmosphäre, den Soundtrack und den Hauptdarsteller eine verdammt gute Basis geschaffen hat. Und ich liebe Filme und Serien, in denen ich den Bösewicht viel besser finde als den Helden (siehe Thor oder Hannibal). Genauso ist es hier auch und das finde ich großartig.
Was mich immer noch stutzen lässt, ist, dass ich einfach einige Lücken finde, die ich nicht verstehe bzw. kein Material zum Schließen finde. Auch eine FSK 18 kann ich nicht ganz nachvollziehen. Da habe ich schon deutlich Schlimmeres mit mehr Mord und Totschlag und mehr Sex gesehen, was eine geringere Einstufung hatte.

Aber was soll’s.

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Das ist so ein gutes Argument. 🤤 Vier Sterne. Du hast mich überzeugt. 😌 

42bsterne

eure-claudia

Allgemein, Diary

Happy Birthday to me

Hallo ihr Lieben,
ich lasse auch mal wieder was von mir hören. Wird auch Zeit. Und dafür habe ich mir meinen Geburtstag herausgesucht, der ehrlich nicht anders war als jeder andere Tag. Keiner war jetzt außergewöhnlich nett zu mir. Es haben mir auch nicht so viele gratuliert, aber egal.

Dank Christi Himmelfahrt hatten wir ja ein schönes langes Wochenende, welches ich genutzt habe, um mich teils auszuruhen, teils etwas für die Uni zu machen und teils im und ums Haus zu helfen. Am Freitag und Samstag wurde gemäht. Einmal beim Haus meiner Großeltern, wo dieses Bild entstanden ist:
DSC_1607Bei meinen Großeltern im Garten ist alles so schön grün und bewachsen. Teilweise zu bewachsen, aber mir gefällt es. Trotz der Arbeit war es ein schöner Tag. Samstag wurde dann unser eigener Rasen gemäht und am Nachmittag setzte ich mich nach draußen, um für ein Referat in einigen Wochen etwas vorzubereiten.

Ich bin noch immer total überfordert mit der Uni und weiß nicht so recht, wohin meine Reise gehen soll. Zurzeit bin ich einfach sehr unzufrieden mit meiner Wahl und den Inhalten des Studiums. Die Recherche für das Referat war jetzt auch nicht hilfreich, weil das Thema überhaupt nichts mit dem Studium zu tun haben soll. So sind wir in der Geschichte gelandet und das erinnert mich daran, dass ich eigentlich lieber etwas mit Geschichte und Kultur hätte studieren sollen. In der Ferne sehe ich die Ethnologie mir zuwinken und mich auslachen, weil ich sie nicht gewählt habe und jetzt so unzufrieden bin.

Zu meinem Geburtstag heute bekam ich eine Karte mit Geld von meinen Eltern. Meine Mutter hatte sogar noch in die Karte geschrieben, dass sie mich bei jeder meiner Entscheidungen unterstützen werden. Ganz egal, ob ich jetzt sage, ich breche ab und studiere was anderes oder ob ich diesen Weg zunächst weitergehe. Das hatte den Hintergrund, dass ich Freitagmorgen plötzlich beim Frühstück in Tränen ausgebrochen bin und mich weigerte zu essen. Seit Tagen bewegt sich die Zahl auf der Waage wieder nach oben. Dazu kam der Druck in der Uni, meine Versagensängste und die bereits schlechte Note in der Hausarbeit et voilá – da haben wir ein aufgelöstes Mädchen. Meine Mutter stocherte dann solange herum, bis ich endlich mit der Sprache herausrückte, dass mir die Uni keinen Spaß macht und ich mein Studium sogar hasse. Für die Ehrlichkeit gab es eine Umarmung. Ich schätze, sie war fast schon ein wenig erleichtert. Sie hatte wohl mit mehr gerechnet.
Anscheinend hatte sie sich an meine Worte erinnert, als sie mir diese Karte schrieb. Dass sie das so sehen, finde ich sehr erleichternd.

Heute morgen wachte ich auf wie jeden Morgen. Mit einer Melancholie. So geht es mir sehr häufig. Manche Leute wachsen unheimlich glücklich auf, bis die Realität ihnen ins Bewusstsein dringt. Ich dagegen wache depressiv auf. An den guten Tagen reicht diese Traurigkeit nur an bis mir bewusst wird, dass im Moment bei mir alles in Ordnung ist und ich vielleicht sogar stolz auf mich sein kann. Dann wird es wieder besser. Im Moment bleibt mir dieses Gefühl jedoch erhalten. Der erste Blick aufs Handy zeigte mir…nichts. Dann sah ich die erste Nachricht zum Geburtstag und das ausgerechnet von einem Mädchen, mit dem ich schon seit über fünf Jahren keinen richtigen Kontakt mehr hatte. Wer hätte das gedacht?
Eine Weile spielte ich noch am Handy rum, auf dem keine Nachrichten waren. Dann legte ich es bis zum Mittag beiseite. Gegen 8 Uhr kam meine Mutter herein und brachte mir sogar ein Ständchen. Leider war meine Laune noch immer auf der Höhe, dass ich lieber im Bett geblieben wäre. Ich hatte mir nichts zum Geburtstag gewünscht, gefeiert wird erst Freitag bzw. Montag. Aber unten wartete eine leckere Torte auf mich, die mir meine Schwester gebacken hatte. Ihr seht sie unten auf dem Bild. Kokos mit Erdbeere. Ich liebe Kokos und Raffaelo. Also Volltreffer. Auf mich wartete auch noch ein ziemlich großes, unhandliches Paket, zwei Umschläge und eine Packung Schokolade. Der eine Umschlag enthielt die bereits oben genannte Karte, die andere eine Eintrittskarte für ein Theaterstück, zu dem ich mit meinen Eltern Anfang 2018 fahre. Ich freue mich da schon drauf. Allerdings war das keine Überraschung. Genauso wie die Blume, die noch auf dem Tisch stand, hatte ich mir das Stück selbst ausgesucht. In dem großen Paket fand ich einen Einlegeboden für mein Regal. Damit hatte ich nicht gerechnet und es freute mich schon sehr, dass meine Mutter wohl doch zugehört hatte, als ich davon erzählte, dass mir der Platz mal wieder zur Neige geht. Als nächstes kam mein Bruder, der mir ein paar Bonbons mitbrachte. Das Geschenk bekomme ich erst am Freitag, wenn seine Freundin auch da ist. Nach dem Frühstück kamen dann auch meine Schwester und mein Schwager herunter. Sie hatte zwar den Kuchen heruntergebracht, wollte aber nicht mit uns frühstücken. Von den beiden (oder eher von meiner Schwester) bekam ich ein neues Portemonnaie und den Abschlussband einer Buchreihe, die ich gemeinsam mit meiner Schwester gerade lese.

Den Vormittag verbrachte ich weitestgehend mit Backen. Morgen in die Arbeit muss ich einen Kuchen mitbringen. Eigentlich war was Großes geplant. So eine Torte wie meine Schwester mir gebacken hat. Aber nachdem ich mehrmals was mitgebracht habe – sowohl Kuchen als auch Süßigkeiten – und die meisten einfach dermaßen undankbar sind, alles wegfressen, kaum aber ein Dankeschön herausbringen können, sehe ich es nicht mehr ein, mir diese Arbeit zu machen. Okay, der Kuchen war auch Arbeit. Das ist mein erster veganer Kuchen, den ich je gebacken habe. Grund dafür ist eine Arbeitskollegin, mit der ich mich ganz gut verstehe und die leider laktoseintolerant. Sie konnte deswegen keinen einzigen meiner Kuchen probieren. Dieses Mal habe ich dran gedacht und gleich vegan gebacken. Zebrakuchen nennt sich dieses Gebilde. Mal sehen wie er schmeckt. Ich hatte nur die Gelegenheit den Teig zu überprüfen. Der war jedenfalls essbar. (Bild o.r.)

Als ich damit fertig war, habe ich für meinen Papa, der morgen Geburtstag hat, die Muffins und Teddys gebacken, die ihr auf dem letzten Bild seht. Er isst nicht so gerne Kuchen, oder eher: er versucht sich zurückzuhalten. Also gibt es Muffins. Auch hier habe ich statt der Kuhmilch Sojamilch verwendet. Der Teig schmeckte ziemlich gut. Wahrscheinlich also auch die Muffins. Die Hälfte der Muffins nehme ich morgen auch noch mit sowie einen Teddy.

Morgen in der Uni muss ich eine Stunde durchführen. Ich habe in meiner Gruppe einen relativ kleinen Teil. Also wird das schon werden. Wahrscheinlich werde ich auch den letzten Kurs ausfallen lassen, damit ich morgen noch was von meinem Vater habe.

Bis dahin,

eure-claudia

Allgemein, Diary

Gefühlstaumel

Nachdem ich meine Existenzkrise überstanden habe und das relativ unbeschadet, bahnt sich bereits das nächste Gefühl an, mit dem ich nicht mehr umzugehen weiß. Es ist äußerst eigenartig. In den vergangenen Wochen habe ich aufgrund einer nicht sonderlich guten Note und dem Empfinden, die Kurse seien langweilig und inhaltlich leer, sehr mit mir selbst, meinem Können und meinen Entscheidungen gehadert. Nach heute bin ich allerdings wieder in meiner Sicht gefestigt. Das Seminar, was ich an diesem Wochenende hatte, befasste sich mit der Beratung und den verschiedenen Ansätzen und hat mir nicht nur aufgrund des Dozenten gut gefallen 😋. Es hat mich wieder daran erinnert, wo ich eigentlich hin möchte und weswegen. Diese Orientierung hat mir in den letzten Monaten gefehlt und ich hatte das Gefühl erneut den Halt zu verlieren. Also wenigstens meiner Existenz geht es soweit wieder besser.

Ebenfalls in den letzten Wochen ist jedoch auch ein Empfinden wieder aufgetaucht, welches in den vergangenen vier Jahren nur entfernt vorgekommen ist. Ich erinnere mich noch an meinen Job in den Semesterferien bei einer Frischkäseproduktionsfirma. Ihr vielleicht auch? Damals war ich noch nicht über Kai hinweg. Wenn ich ehrlich bin, bin ich es wahrscheinlich heute noch nicht. Was ich damals gefühlt habe, entspricht genau dem, wovon mein Vater vorhin gesprochen hat. Dieses Gefühl, dass etwas für immer ist – dass es wahr ist. Wir beide gegen den Rest der Welt. Tja, ich hatte mich geirrt und das hat mir damals fast das Leben gekostet. Danach habe ich mich verschlossen, habe Barrieren aufgebaut, durch die ich niemanden mehr durchlassen wollte. Mit einem Schlag war dieses Mädchen, zu dem ich mich plötzlich entwickelt hatte, wieder verschwunden. Ich war sexuell so offen wie nie zuvor (und auch nie wieder) in meinem Leben und habe zu mir gestanden. Heute sieht das Ganze etwas anders aus. Oder eher: Worüber ich mir so sicher gewesen bin, ist heute nicht mehr klar, obwohl ich mich noch immer in diese Orientierung labele. Dafür habe ich einfach zu lange gebraucht, um eine Bezeichnung zu finden, mit der ich mich wohl fühle und im Grunde stimmt es ja doch irgendwie noch. Nur das Ausleben hat deutlich nachgelassen.

Aber zurück zu meinem Semesterferienjob. Damals fiel mir der junge Meister ins Auge. Alle nannten ihn ein Arschloch. Mein Schwager war die lauteste Stimme von allen. Doch irgendetwas an ihn zog mich an und plötzlich war ich ziemlich interessiert. So hatte ich nicht mehr gefühlt seit – naja ihr wisst es ja. Theoretisch hätte was aus uns werden können, denn eines Tages stand er vor mir und sprach mich an. In den nachfolgenden Tagen und Wochen kam er mehrmals am Tag zu mir. Manchmal für Stunden. Ich bemerkte, dass ich einen Einfluss auf ihn hatte. Ohne es zu bemerken hatte ich ihn um meinen kleinen Finger gewickelt und um mir zu imponieren, war er sogar bereit sich zum Affen zu machen. Und als ich bemerkte, dass er ebenfalls Interesse an mir hatte, verpuffte meines. Am Ende meines ersten Jobs hatte ich kein Interesse mehr an ihm und fühlte mich zunehmend von ihm bedrängt.
Beim zweiten Mal fiel mir ein anderer Kollege ins Auge und ich ließ es nebenbei bei dem Meister fallen, was ihn definitiv nicht freute. Aber auch der andere verschwand ziemlich fix wieder aus meinem Leben. Den hatte ich wirklich gemocht, aber leider führten die Lebensumstände dazu, dass sich unsere Wege rasch wieder trennten. Im Nachhinein bin ich mir ziemlich sicher, dass wir nicht kompatibel gewesen wären. Trotzdem sehe ich darin ein Muster, das mich bestätigt. Ich hatte mich so verschanzt, dass ich mir entweder nur diejenigen heraussuchte, die unerreichbar erschienen oder wenn ich mich darin geirrt hatte, mein Interesse plötzlich verpuffte.

Seit diesen wenigen Momenten, in denen ich leichtes Herzklopfen verspürte, war ich so ziemlich kalt wie ein Fisch. Ein oder zwei Mal lernte ich Frauen kennen, die aber einfach nichts in mir auslösten, bis auf die körperlichen Aspekte. Dann war da noch ein Typ, den ich übers Internet kennen gelernt hatte, aber auch das passte nicht. Das war für mich weniger unerwartet. Er war einfach nicht mein Typ. Vor ein paar Monaten frischte ich dann den Kontakt zu einem alten Freund aus der Klinik wieder auf, aber das verzog sich dann doch wieder ziemlich schnell. In mir drin war immer noch die Sorge, dass er mich wieder runterziehen könnte. Er schien sich von seinem damaligen Selbst vor vier Jahren nicht wirklich verändert zu haben.

Inzwischen hatte ich mich fast schon damit abgefunden, dass mein Herz einerseits zu weich (in Bezug auf die Empathie) aber andererseits zu hart geworden ist und ich diese Gefühlsregungen nicht mehr spüren werde. Und dann spazieren so ein paar Herren durch mein Leben und ich bin wieder ein Teenager. Nicht so schlimm wie bei meiner ersten großen Liebe, aber doch inklusive Kichern und Stalken. Einer dieser Herren ist zufällig mein Sporttrainer. Ich kannte ihn bereits auf dem Gymnasium. Also zur Aufklärung: Ich war auf dem Gymnasium. Er war auf der Real- oder Hauptschule. Und ich konnte ihn nicht ausstehen. Ich fand ihn unsympathisch und einschüchternd. Jetzt, acht Jahre später macht der Herr seinen Master, ist freundlich, zuvorkommend und wird von allen geschätzt. Es ist nicht dieses Gefühl, dass mir das Herz bis zum Hals schlägt, wenn ich ihn sehe, aber ich verspüre doch eine tiefe Zuneigung zu ihm und freue mich immer, wenn ich ihn sehe. Was wiederum dermaßen paradox ist, denn ich sehe ihn nur an dem Ort, der wahrscheinlich meiner persönliche Hölle nahe kommt – im Fitnessstudio. Einerseits freue ich mich jetzt darauf hinzugehen, andererseits ist es immer noch eine Qual. Aber mit 95% Sicherheit ist er da. Er ist immer da, wenn ich da bin. Nur selten macht er Feierabend, bevor ich fertig bin.

Als wären diese Gefühle nicht schon verwirrend genug, habe ich mir noch zwei weitere Typen ins Auge gefasst, bei denen ich überhaupt nicht weiß wie ich mich verhalten soll. Ich weiß nicht, was angebracht ist oder ob ich Dinge sehe, die andere anders sehen. Und es macht mich verrückt. Was darf ich tun? Was nicht? Oh man, früher war das irgendwie einfacher. Ich bin dem Typen monatelang mit hängender Zunge hinterher gelaufen und war die beste beste Freundin, die man sich wünschen konnte, bis er endlich mehr gesehen hat als das. Aber wie stelle ich das jetzt an. Ich bin total eingerostet. Hilfe.

„In Liebesdingen sind wir alle Närrinnen.“ Geht das überhaupt in diese Richtung oder ist es nur mein verzweifelter Wunsch endlich wieder etwas zu empfinden. Und will ich das überhaupt beziehungsweise würde ich ihnen das antun wollen. Ich kann an zwei Fingern abzählen, wer es mit mir ausgehalten hat, nachdem ich meine BPS ausgebildet hatte. Überhaupt…habe ich die überhaupt noch. Aber was wenn? Ich bin schwierig. Wer versteht das schon, dass ich manchmal die Menschen wegstoße, die mir am nahsten sind und mich danach nach ihrer Nähe sehne, nur um mich fast erdrückt von ihr zu fühlen.

Okay, ich muss mich ordnen. Habt ihr Tipps für mich? Ich mache jetzt erstmal den Test nochmal, den ich damals mit meiner Bezugstherapeutin gemacht habe. Vielleicht muss ich mich ja gar nicht mehr in die Borderline-Persönlichkeit einstufen.

Her mit euren Tipps zu Liebesdingen.

eure-claudia

 

 

Nachtrag: Die meisten Tests gehen nicht mehr von einer BPS aus, aber natürlich kann nur ein Therapeut sichergehen, dass ich nicht mehr an einer Borderline-Persönlichkeit leide.

Allgemein, Diary

Existenzpanik

Schon einige Tage wartet dieser Beitrag inzwischen schon darauf endlich geschrieben zu werden. Aber ist etwas dazwischen gekommen. Ich war zu müde, nicht in der richtigen Stimmung, Verfassung, wollte einfach nicht. Naja, das Übliche.

In den vergangenen Tagen ging es mir nicht sonderlich gut. Ich gebe zum Teil pauschal dem Wetter die Schuld. Der ganze Regen im Wonnemonat zieht mich herunter. Aber leider kann es nicht nur am Wetter liegen. Wie immer hadere ich mit meinem Studium. Ich frage mich, ob es das Richtige ist, diesen Master zu machen. Obwohl ich ihn bei anderen immer in den Himmel preise und anderen gut zurede, fühle ich mich selbst nicht selten unwohl. Ich fühle mich fehl am Platz, nicht gut genug, empfinde das Studium als langweilig und nervtötend. Ich bin mit meinen Leistungen nicht zufrieden. Wenig überraschend ist es, dass an einem Punkt dann auch noch die Existenzangst mit ins Spiel kam. Wie ihr wisst, gehört diese Art Angst zu meinen wunden Punkten. Ohne eine Zukunft bin ich verloren. Neben dieser einen Person gehörte dies zu den Gründen, weswegen ich damals so abgerutscht bin. Plötzlich sitze ich da; mein Bruder redet wie wild auf mich ein, dass ich ein Berater im Betrieb werden soll, weil ich so richtig Kohle scheffeln kann, während meine Mutter ihm natürlich wie immer Recht gibt und damit allem widerspricht, was sie mir vorher ans Herz gelegt hat. Und während ich von allen Seiten bedrängt werde, sammeln sich die Tränen in meinen Augen und die Verzweiflung übermannt mich. „Du musst ja irgendwas machen, womit du genug Geld verdienst, um wenigstens einmal pro Jahr in den Urlaub fahren zu können“, sagt mein Bruder gerade zu mir. Ich will aber nicht irgendwas machen. Bei dem Gedanken bricht etwas in mir drin. Ich wollte Sozialarbeiterin werden. So sehr. Umso mehr tat es weh, als dieser Traum zerbrach.
Und wie kamen wir auf dieses Thema? Ich hatte beim Essen verkündet, dass ich in den nächsten Semesterferien wieder ein Praktikum machen möchte. Dafür hatte ich mir ein paar Organisationen herausgesucht. Die meisten im Gesundheitsbereich. Daraus war eine Diskussion entstanden, an der ich am wenigsten von allen teilnahm.

Im Moment finde ich es sehr schwer, unbeirrt weiterzumachen. Zum ersten Mal seit langer Zeit bin ich wirklich ausgelastet und versuche sehr hart mir die letzten freien Tage zu erhalten. Uni, Arbeit, Sport. Zwischendrin noch die Familie und Freunde. Und schon strebe ich etwas Neues an. An manchen Tagen entscheide ich mich eher für die Arbeit als die Uni. Natürlich packt mich das schlechte Gewissen und gerade erst neulich hat mir Karma dafür in den Hintern gebissen. Dabei habe ich nichts, weswegen ich mich schlecht fühlen müsste. Es ist meine Entscheidung, ob ich zu den Veranstaltungen gehe oder nicht, ob ich sie brauche, ob ich eine Leistung erbringen muss. Meine Sache. Das stört niemanden bzw. es geht niemanden etwas an. Trotzdem habe ich sehr das Gefühl, dass über mich geurteilt wird und leider kann ich das nicht einfach ignorieren.

In der letzten Woche flossen also die Tränen. Es ist nicht so einfach, wenn ich morgens um spätestens 20 vor 6 aufstehe, damit ich gegen 8 Uhr zur Arbeit gehen, dann um 10 Uhr rüber zur Uni und anschließend wieder zur Arbeit kann. Es überraschte mich also wenig, dass ich schon bald negative Gefühle mit der Uni assoziiere. Morgens will ich gar nicht aufstehen. Ich will einfach liegen bleiben. Die Arbeit ist das kleinere Übel. Die mache ich ganz gerne. Inzwischen wurde mein Vertrag um 6 Monate verlängert. Das freut mich riesig. Immerhin dabei läuft es. Ich schätze, ich muss jetzt erstmal die Zähne zusammenbeißen.

Genauso geht es mir beim Thema Abnehmen. Es ärgert mich dermaßen, wenn ich lese, sehe oder höre wie Personen mit einem Normalgewicht jammern, dass sie zu fett sind. Das hat mich früher schon geärgert und das tut es noch immer. Das macht das Durchhalten für mich noch schwieriger. Sieht so meine Zukunft aus, wenn ich es schaffe? Werde ich auch dann noch nörgeln, wenn ich mein Ziel erreicht habe? Oder werde ich dann eine solche Person, die bloß von anderen hören will, dass ich ja wohl eine fantastische Figur hätte? Beide Aussichten sind furchtbar. Ich setze also für mich als weiteres Ziel nicht so zu werden.
Insgesamt geht es zur Zeit eher schleppend mit dem Abnehmen voran. Ich gehe (fast schon diszipliniert) zwei Mal die Woche für eine Stunde, also 3 Runden Zirkeltraining ins Fitnessstudio. Zwar habe ich für mich bereits entschieden, nach den sechs Monaten den Vertrag auslaufen zu lassen, möchte stattdessen jedoch schwimmen gehen und auch nicht auf den Sport verzichten. Natürlich ist es immer noch anstrengend und ich bin nach dieser Stunde wirklich fertig, aber ich bin stolz auf mich, dass ich mich bewege und immer wieder mehr Wiederholungen schaffe. Für mich ist das wirklich eine große Sache. Was die Veränderungen an meinem Körper betreffen, so sehe ich es immer noch nicht. Allerdings spricht mich eine Kollegin von der Arbeit immer wieder darauf an, dass ich viel abgenommen habe. In der Uni wurde ich zwar auch schon darauf angesprochen, jedoch nur nachdem ich selbst das Thema angeschnitten hatte, dass ich jetzt ins Fitnessstudio gehe. Aus dem Grund weiß ich nicht, ob sie es wirklich bemerkt haben oder nur auf das eingehen, was ich ihnen hinwerfe.

Ihr merkt schon, ich bin zurzeit etwas pessimistisch veranlagt. Wobei ich gerade eben erst gelesen habe, dass ich einige Möglichkeiten habe und Fortbildungen zum Beispiel für die systemische Beratung machen könnte. Wenn ich die machen würde, würde ich schon deutlich näher in die Richtung gehen, die mich anspricht.

Für jetzt setze ich es mir als Ziel durchzuhalten, mein Studium in meinem Tempo und meiner Präferenz durchzuführen, weiter abzunehmen und auf die Meinungen einiger Menschen zu scheißen. Außerdem werde ich mich zurücknehmen mit meiner Freundlichkeit. Die meisten scheinen es eh nicht wertschätzen zu können und ich bin es leid, dass ich aus deren Verhalten Gründe ableite, mein eh schon bescheidenes Selbstwertgefühl noch weiter zu dezimieren.

Also adios ihr freundlichen Menschen von WordPress, die sich die Zeit nehmen und meine Einträge lesen.

eure-claudia

 

P.S.: Ich musste mir endlich wieder mal etwas gutes tun (nachdem noch nicht sicher ist, ob ich diesen Monat zur Comic Con gehe). Deswegen habe ich zwei Karten fürs Theater gekauft. Einmal Marc-Uwe Kling (bekannt durch die Känguru-Chroniken und deren Spielableger) und dann noch Lausbubengeschichten mit Hansi Kraus. Hansi Kraus war durch seine Rollen als Ludwig Thoma und Pepe Nietnagel in der Lümmel-Reihe so etwas wie mein Kindheitsheld und ich lasse mir die Filme bis heute gefallen. Also freue ich mich tierisch ihn bald live auf der Bühne zu sehen.

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Allgemein

Abnehmen Update – Männer, hört mal weg

Oh man, da war ich die letzten Tage aber ganz schön beunruhigt. Trotz eisernem Kaloriendefizit gehen die Kilos auf der Waage nur in eine Richtung und leider die falsche – nämlich nach oben. 

Tagelang habe ich gerätselt, warum ich keine Erfolge erziele, sogar das Gegenteil der Fall ist. Vielleicht nachträglich die Auswirkungen von Ostern? Nehme ich vielleicht mehr zu mir als ich denke? Trinke ich viel zu wenig? 

Jetzt könnte ich das Rätsel gelöst haben. Es könnte an dem weiblichen Zyklus liegen. Gerade kurz recherchiert habe ich erfahren, dass kurz vor der berüchtigten roten Woche das Gewicht der Frau um bis zu vier Kilo ansteigen kann, weil Wasser eingelagert wird, um auf eine Schwangerschaft vorzubereiten. Da fällt mir ein Stein vom Herzen, denn das Wichtigste ist, dass ich nicht mehr Fett wiege, sondern Wasser. Wie mein Trainer schon so schön sagt, das Gewicht auf der Waage ist letzten Endes nur eine Zahl; die Zusammensetzung dieser ist entscheidend. 

Da ich insgesamt jetzt erst 44 Tage dabei bin und meine Veränderungen dokumentiere, kann ich noch nicht sonderlich gut mit vorherigen Monaten vergleichen. Bis zu meinen Tagen im letzten Monat hatte ich erst ein Kilo abgenommen. Ich war da also gerade erst kurz dabei. Nun werden wir mal schauen, ob ich über die nächsten Tage wieder einen Gewichtsverlust zu verzeichnen habe. Ich halte euch auf dem Laufenden.